Graphic & Co. — Magazin für Gestaltung.
Graphic & Co. ist ein deutschsprachiges Magazin für visuelle Kommunikation. Wir schreiben über das, was am Schreibtisch der Gestalter:innen passiert — über die Wahl zwischen Helvetica und Inter, über Risographie und Heißprägung, über Container Queries und Logo-Konstruktion, über Werkvertrag und Honorar-Stunde. Kein Mood-Board-Lifestyle, kein Creative-Coffee-Table-Genre, kein Pinterest-Aesthetic. Ein Magazin, das die Disziplin Gestaltung als Disziplin nimmt und sie sauber dokumentiert.
Acht Ressorts — Typografie, Branding, Druck, Web, Illustration, UX, Fotografie, Recht — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jedes Heft füllt alle acht Felder; manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Schriftfrage, manchmal hängt eine ganze Ausgabe an einer Riso-Studio-Reportage in Berlin oder Zürich. Die aktuelle Juni-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in der Schrift-Diskussion zwischen Helvetica und Inter, in einer Riso-Recherche und in einer Urheberrechts-Strecke zum Werkbegriff des UrhG.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen klassischer Gestaltungskultur und gegenwärtiger Praxis. Otl Aicher hat das Münchner Olympia-Programm 1972 gebaut, Massimo Vignelli das New-Yorker U-Bahn-Manual 1970, Erik Spiekermann mit MetaDesign die Audi- und Volkswagen-Linien der 80er und 90er — und gegenwärtige Designer:innen arbeiten heute mit Figma und Astro auf den Schultern dieser Tradition an Branding-Systemen, die ohne sie nicht denkbar wären. Wir behandeln Typografie als das, was sie tatsächlich ist: keine Sammlung fixer Wahrheiten, sondern eine Disziplin, die sich jede Woche zwischen Foundry-Releases, neuen CSS-Specs und KI-Bildgenerierung neu justiert.
Geschrieben ist Graphic & Co. für Gestalter:innen in kleinen Studios und freiberuflich, die ihre Schriftwahl rechtfertigen können müssen, für Art-Direktor:innen in Agenturen, die zwischen Pitch-Druck und Kunden-Diplomatie ein fachliches Gegenüber suchen, für Studierende der Kommunikations- und Mediengestaltung, die zwischen Hochschulkurrikulum und Markt eine Brücke brauchen, und für Marketing-Verantwortliche in KMUs, die mit ihrer Agentur das gleiche Vokabular sprechen wollen. Wir setzen Lesefreude an Schriftnamen und Druck-Termini voraus, aber kein Diplom; ein Senior-Art-Director wird hier nichts Neues über CI-Strategie lernen, ein angehender Designer im dritten Semester schon.
Gastbeiträge
Graphic & Co. nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat — Schrift-Vorstellung, Studio-Portrait, Druckverfahren-Recherche, Werkvertrags-Erfahrungsbericht — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen. Kürze ist kein Nachteil, ein präzises Setzbeispiel sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer Schriftnamen mit ihren Foundries und Jahres-Zahlen versieht, hat schon gewonnen.
Gestaltung ist für uns kein Beruf mit gutem Geschmack. Sie ist die seltene Disziplin, in der eine 90 Jahre alte Schrift wie Futura am Montagvormittag in einer Berliner Agentur noch immer als die richtige Wahl beschlossen wird.